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Liposuktion (Studienregistrator) | Aktualisiert 18.02.2021 | Version 1.24

FAQ

Häufige Fragen

Stand: 13.10.2020
FAQ für Startseite www.erprobung-liposuktion.de

Worum geht es?

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine klinische Studie in Auftrag gegeben, in der die Liposuktion (operative Fettabsaugung) mit der nichtoperativen Standardbehandlung des Lipödems verglichen werden soll. Die Kosten der Liposuktion werden im Rahmen der Erprobungsstudie von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

Wer kann an der Studie teilnehmen?

An der Studie können gesetzlich versicherte Frauen mit Lipödem der Beine teilnehmen, bei denen es unter konservativen Maßnahmen nicht zu einer ausreichenden Beschwerdelinderung gekommen ist. Wichtig ist, dass es sich tatsächlich um ein Lipödem handelt. Wer letztendlich an der Studie teilnehmen kann, entscheidet der Studienarzt bzw. die Studienärztin nach der Untersuchung. Grundlage der Entscheidung sind die medizinischen Bedingungen des Studienprotokolls.

Wie kann man sich melden, wenn man an der Studie teilnehmen möchte?

Die Studie wird voraussichtlich an 12-14 Studienzentren (Kliniken oder Praxen) in Deutschland durchgeführt werden, etwa 450 Frauen können teilnehmen.

Über diese Webseite wurde die Möglichkeit zur Interessensbekundung über ein Online-Formular gegeben. Alle Interessenbekundungen, die bis zum 31.12.2019 eingegangen sind, werden bei der Auslosung der Teilnahmeplätze berücksichtigt. Was passiert, wenn es mehr Anmeldungen als Studienplätze gibt? Da deutlich mehr Interessentinnen als Studienplätze vorhanden sind, wird ein Losverfahren durchgeführt. Die so ermittelten Frauen werden dann zu einem Untersuchungstermin eingeladen.

Kann man sich aussuchen, an welchem Studienzentrum man teilnehmen möchte?

Nein, das wird nicht möglich sein. Die Auswahl der Studienzentren erfolgt nach Kriterien, die das Studienprotokoll festlegt. Nur Kliniken und Praxen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, können Studienpatientinnen behandeln.

Wie werden das Losverfahren und die Patientinnenauswahl durchgeführt?

Jede registrierte Interessentin wird für das Losverfahren dem Studienzentrum zugeordnet, das Ihrem Wohnort am nächsten liegt.

Jedes Studienzentrum bekommt eine gleich große Anzahl Interessentinnen zugewiesen. Innerhalb dieser Gruppe werden per Losverfahren fortlaufende Nummern vergeben.

In der Reihenfolge der zugelosten Nummern werden die Frauen von den Zentren kontaktiert. Die Interessentin mit der Nummer „1“ wird also zuerst kontaktiert und zur Vorstellung und Untersuchung eingeladen.

Die eingeladenen Frauen werden an den Zentren untersucht, bis die erforderliche Anzahl geeigneter Patientinnen erreicht ist. Über die Eignung zur Studienteilnahme können ausschließlich die Ärztinnen und Ärzte an den Studienzentren entscheiden.

Was ist ein Lipödem?

Beim Lipödem handelt es sich um eine schmerzhafte, symmetrische, übermäßige Fettgewebsvermehrung an Armen oder Beinen. Das Lipödem tritt nahezu ausschließlich bei Frauen auf. Typisch ist eine Neigung zu Hämatomen („blauen Flecken“) auch bei kleinen Verletzungen. Zusätzlich können vermehrte Wassereinlagerungen in den betroffenen Regionen bestehen. Die Standardbehandlung ist die so genannte komplexe physikalische Entstauungstherapie. Sie besteht aus der Anwendung von Lymphdrainage, Kompression durch spezielle Strümpfe und Bewegungstherapie. Seit einigen Jahren bieten Ärzte auch die chirurgische Absaugung des Fettgewebes an den betroffenen Körperpartien (Liposuktion) an.

Was weiß man über die Liposuktion?

Bei einem Lipödem im Stadium I oder II ist die Liposuktion bislang keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, weil es keinen wissenschaftlich hochwertigen Beleg dafür gibt, dass die Liposuktion besser wirksam ist, als die konservative Standardbehandlung des Lipödems aus Kompressionstherapie, Lymphdrainage und Bewegungstherapie. Man kann also nicht mit Sicherheit sagen, ob die Frauen durch die Operation nachhaltig von ihren Beschwerden befreit werden. Dazu müssen die beiden Verfahren an zwei Gruppen von Patientinnen direkt miteinander verglichen werden.

Die Datenlage zur langfristigen Sicherheit der Liposuktion beim Lipödem ist ebenfalls noch unzureichend. So ist nicht auszuschließen, dass nach der Liposuktion Fettgewebe nachwächst oder dass der Eingriff im Unterhaut-Bindegewebe zu Narbenbildungen führt, die den Lymphabfluss behindern. Diese Fragestellungen sollen in der Studie untersucht werden.

Bei Vorliegen eines Lipödems im Stadium III kann die Liposuktion unter bestimmten Bedingungen seit 2020 auch als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zur Verfügung stehen. Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen sagen, ob das für Sie in Frage kommt.

Wie läuft die Studie ab?

Falls Sie im Rahmen des Auslosungsverfahrens von einem Studienzentrum kontaktiert werden, sind die nächsten Schritte wie folgt:

Für jede einzelne Teilnehmerin dauert eine Studienteilnahme also insgesamt knapp vier Jahre, in denen mehrfache Vorstellungen am Studienzentrum erforderlich sind. Nicht alle Frauen bekommen im Rahmen der Studie sofort die Liposuktion. Etwa ein Drittel wird zunächst (weiterhin) konservativ behandelt und kann, wenn gewünscht, frühestens ein Jahr nach der Gruppeneinteilung ebenfalls operiert werden.